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Marie-Ann Schwenk
"Die Wanderköchin"

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ZIGEUNER-KÜCHE

Eine kurze Einführung von Marie-Ann Schwenk

Schon alleine das Wort „Zigeuner“ lässt sofort Bilder wach werden. Bilder von bunten Wohnwagen, schwarz gelockten Frauen, farbenfrohen Kleidern, Spanferkeln über offenen Feuern, temperamentvollen Tänzern und Festen, Wahrsagerkarten und vielen kleinen Kindern.

Das europäische Wort für Zigeuner entstand vermutlich um 1168 auf dem Berg Athos. Dort bezeichnete eine georgische Quelle mit dem Wort „adsincani“ eine Gruppe von Zauberern, Schlangenbeschwörern  und Wahrsagern. Vom Zentralrat Deutscher Sinti und Roma wird das Wort „Zigeuner“ als Schimpfwort bezeichnet und für ihre Volksgruppe abgelehnt. Entgegen der gängigen Auffassung sind viele Sinti und Roma heute sesshaft oder teilsesshaft.

Seit dem 15. Jahrhundert wanderten Volksgruppen der Roma, einschließlich der Sinti, aus Indien über Nordafrika und den Balkan, zu. Ab dem 18. Jahrhunderten wurden auch Jenische unter dem Begriff Zigeuner geführt. Ab dem 19. Jahrhundert gab es für „ausländisches, fahrendes Volk“ den polizeilichen Ordnungsbegriff „Zigeuner“. Neben einer diskriminierenden Sicht entwickelte sich in dieser Zeit aber auch eine verklärte Sicht auf das fahrende Volk und dessen Kultur.

Bereits 1613 machte Miguel Cervantes in seiner Novelle „Das Zigeunermädchen“ eine Titelfigur zum Vorbild für viele „schöne Zigeunerinnen“ in der Literatur. Während die Zigeuner, meist die Zigeunerinnen, in der Literatur des Mittelmeeraums  ein relatives Ansehen genossen, wurden Zigeunerinnen in der deutschsprachigen Literatur hingegen häufig als Wilde, Zauberinnen und Hexen dargestellt. In seinem Roman „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ rehabilitiert Goethe die soziale Stellung der Zigeuner jener Zeit dadurch, dass er ein „Kind von Stand“ unter Zigeunern aufwachsen lässt.

Literarischen Aufschwung erlebte die fahrende Volksgruppe zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als die Romantik von der Idee der „verbotenen Welt“ mit dem freien, ortsungebundenen Lebens außerhalb jeder sozialen Hierachie für ihre Werke entdeckte. Als berühmteste Literaturfigur dieses Themas kann vermutlich „Esmeralda“ Victor Hugos „Der Glöckner von Notre-Dame“ genannt werden.

Seit der Uraufführung  von „Les Bohèmiens“ komischer Oper des Mozart-Zeitgenossen Anton Eberl 1781 in Wien, waren besonders Zigeunerinnen auch Thema in Opernkompositionen. In Bizets „Carmen“ wurde dies vermutlich am erfolgreichsten präsentiert. Dort erfüllten sie als Wahrsagerinnen und Geliebte die gängigen Klischees. Außerhalb Ungarns wurde häufig die ungarische Volksmusik mit Zigeunermusik gleichgesetzt.  Auch in Spanien wurde die ab dem 18. Jahrhundert entstandene Flamencomusik mit „Zigeunermusik“ gleichgesetzt, obwohl mehrere kulturelle Einflüsse darin vereint waren.

Ebenso lebendig wie das Leben, waren auch die Küchen der Zigeuner. Oft hing es vom Zufall ab, was als Zutaten zur Verfügung stand und mit einer unerschöpflichen Phantasie wurde das weitere kreiert. Der Gebrauch von Kräutern und Gewürzen wurde oft von Mutter zu Tochter weitergegeben. Festmenüs zu Zigeunerhochzeiten hatten häufig zwei Dutzend Gänge. Die starke Verbindung des Zigeunervolkes zu drei Kontinenten (Asien, Nordafrika und Europa), hat auch in der Küche ihre Spuren hinterlassen. Unwegsame Reisegebiete, schnell wechselnde klimatische Bedingungen, sowie das Fehlen von Vorratshaltung, machte aus den Küchen in den fahrenden Wagen schnell eine Brutstätte der Phantasie und Improvisation. Es wurden Maispolenta mit Schnupftabak, Karotten mit Joghurt und Kaninchen mit Schokolade gemischt. Natürlich wurde die Kost der Zigeuner ortsüblichen Lebensmittelangebot der jeweiligen Reiseländer beeinflusst, aber die Verwendung von Paprika, Joghurt, Currys sowie scharfen Gewürzen, blieb allen Stämmen gemeinsam. Einen lebhaften Kontrast zu den ersten Gängen eines Zigeunermahles, in dem die scharfen Speisen dominieren, stehen die Süßspeisen zum Abschluss. Meist sind die Dessertgerichte aus einfachen Zutaten wie Kartoffeln, Mais altbackenem Brot oder Obst

Heute hat das Zigeunerleben in einer globalisierten Welt viel von seinem exotischen Charakter verloren, ein Zauber geht von den unergründlichen Geheimnissen der fremden Kultur jedoch immer noch aus.

Mit kulinarisch-reisenden Grüßen
verbleibe ich Ihre und Eure
„Wanderköchin“
Marie-Ann Schwenk

 

Leckere Rezepte für den Monat Mai

 

 

  1. Gebackene Auberginenbrötchen
  2. Ungarische Apfelsuppe
  3. Endiviensalat mit Olivensauce
  4. Polenta auf Förster-Art
  5. Kaninchen in Schokoladensauce
  6. Betrunkene Seebarben mit Regenbogengemüse
  7. Orangenblüteneis
  8. Süßer Kartoffelkuchen

 

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